Besser in der Krise: Small & Mid Caps kommen schneller durch als Standardwerte

16. Februar 2021 (Anzeige)

Dotcom-Blase, Finanzkrise, Coronavirus – ganz gleich welchen der drei großen Kurseinbrüche der vergangenen 20 Jahre wir uns anschauen, europäische Nebenwerte sind besser durchgekommen als die Standardwerte: Ihre Erholungszeit war kürzer und ihre Maximalverluste waren (meist) kleiner. Und auch in ihrer langfristigen Wertentwicklung sind sie den Standardwerten bei geringerer Volatilität klar überlegen.

An der Marktkapitalisierung in Europa haben Nebenwerte zwar einen Anteil von etwa einem Fünftel. Doch in vielen Portfolios sind sie nur untergewichtet beigemischt. Vielleicht liegt das auch in der weit verbreiteten Einschätzung, Small & Mid Caps seien im Vergleich zu Standardwerten die riskantere Anlageklasse. Wir sind der Frage nachgegangen, ob das so stimmt. Dafür haben wir uns ihr Verhalten in der Corona-Krise, der Finanzkrise, sowie nach dem Platzen der Dotcom-Blase genauer angesehen, und außerdem ihre langfristige Wertentwicklung mit den Standardwerten verglichen.

Schnellere Erholung nach der Krise  

Starten wir mit der Zeit, innerhalb der sich ein Index nach einem Kurseinbruch von seinem Tiefpunkt ausgehend wieder bis zu seinem maximalen Vorkrisen-Niveau erholt hat. Die folgende Tabelle zeigt die Erholungszeiten von Standard- und Nebenwerten bei pan-europäischen Aktien, im Euroraum sowie in Deutschland. Nicht nur nach der Finanzkrise, auch nach dem Platzen der Dotcom-Blase erholten sich die Nebenwerte in allen drei betrachteten Regionen schneller. Bei der Wertaufholung in der Corona-Krise lagen Nebenwerte ebenfalls vor den Standardwerten.

Gemischtes Bild beim Maximalverlust

Beim Maximalverlust ergibt sich aus den drei untersuchten Marktkrisen ein gemischtes Bild. Während die Verluste der Nebenwerte-Indizes im Dotcom-Crash deutlich hinter denen der Large Caps zurückblieben, brachen sie in der Finanzkrise stärker ein. Im Corona-März 2020 fielen pan-europäische Nebenwerte deutlich stärker als Large Caps, während die kleineren Börsentitel in der Eurozone und in Deutschland kaum mehr abgaben als Large Caps. Für längerfristig orientierte Investoren sollte dieses gemischte Bild allerdings keine allzu große Rolle spielen, denn im Vergleich zur Recovery-Zeit, die ein Index benötigt, um seine Verluste aus der Krise wieder aufzuholen, wird deutlich, dass Nebenwerte ihren höheren Wertverlust kurz- bis mittelfristig mehr als ausgleichen.

20-fach höhere Performance

Letztlich kommt es natürlich darauf an, was unterm Strich bei einem Investment herauskommt. Und auch hier müssen sich europäische Nebenwerte nicht verstecken: Über die vergangenen 20 Jahren haben pan-europäische Small & Mid Caps eine rund 20-fach höhere Performance als Standardwerte gezeigt. Während die Nebenwerte (Stoxx Europe TMI Small) zwischen Januar 2000 und Oktober 2020 eine Gesamtperformance von 255,1% erzielten, erreichten Large Caps gerade einmal 6,3% (Stoxx Europe 50). Auf Jahresbasis entspricht das 6,3% für Nebenwerte und 0,3% für Standardwerte. Zugleich lag die auf das Jahr gerechnete Volatilität des pan-europäischen Small & Mid Cap Indexes im untersuchten Zeitraum mit 16,75% mehr als drei Prozentpunkte unter der seines Large Cap-Pendants mit 20,08%.

Strukturelle Vorteile

Weshalb sich Nebenwerte nach Krisen schneller erholen und langfristig besser entwickeln als Standardwerte, lässt sich mit strukturellen Vorteilen kleiner und mittelgroßer Unternehmen erklären: Die meisten Small & Mid Caps haben ein klar fokussiertes Geschäftsmodell. Viele Unternehmen können sich im Wettbewerb sehr gut behaupten, weil sie als Weltmarktführer in einer Nische eine gute Verhandlungs- und Preissetzungsmacht innehaben. Diese starke Position spiegelt sich in der Regel in hohen operativen Margen wider. Auf konjunkturelle Schwankungen und Markttrends können sie schneller reagieren, weil ihre Strukturen schlanker und damit Entscheidungswege kürzer sind. Nicht zuletzt profitieren viele auf Nischen spezialisierte Small & Mid Caps von Technologie-Trends, die typischerweise klein beginnen, etwa Elektromobilität, Robotik oder das Internet der Dinge. Während in den USA die führenden Technologiekonzerne für Digitalisierung stehen, wird diese in Europa vor allem von mittelständischen Unternehmen vorangetrieben.

Fassen wir zusammen: In drei von vier Kategorien zeigen sich Small & Mid Caps in den drei untersuchten Regionen und Krisen den Large Caps überlegen: langfristige Performance über 20 Jahre; langfristig gemessene Volatilität p.a. und Erholungszeit nach einem Kurseinbruch bis zum maximalen Vorkrisen-Niveau. Lediglich beim Maximalverlust ergibt sich ein gemischtes Bild. Allerdings sollte für mittel- bis langfristig orientierte Investoren ein höherer maximaler Drawdown weniger entscheidend sein als die schnelle Wertaufholung. Hinzu kommen die generellen Ertragserwartungen europäischer Small & Mid Caps.

Mehr Details über das Verhalten von Small & Mid Caps in den großen Kurseinbrüchen der vergangenen Jahre enthält die Analyse „Small & Mid Caps: Die besseren Krisentitel“. Hier geht es zum Download (Sie gelangen auf die Webseite von Lupus alpha)

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