Welche deutschen Unternehmen 2021 Freude bereitet haben

14. Januar 2022 (Anzeige)

Der Investmentansatz von Christoph Frank und Roger Peeters ist strikt bottom-up ausgerichtet. Durch diese Vorgehensweise und weil sie den deutschen Aktienmarkt komplett „ausleuchten“, geben die Dispositionen der beiden meist einen guten Einblick, welche Sektoren und Unternehmen in der Wirtschaft und an der Börse laufen. Stockwaves sprach mit den beiden Experten über den Erfolg im Jahr 2021 und ihren Investmentansatz generell.

Herr Frank, Herr Peeters, seit nunmehr fast 16 Jahren lenken Sie den sehr erfolgreichen Deutschlandfonds DWS Concept Platow. 2021 konnten Sie erneut deutlich die Indizes schlagen und endeten mit einem Plus von rund 32 Prozent. Können Sie verraten, welche Werte zu diesem Erfolg beigetragen haben?

Frank: Es war erfreulicherweise erneut eine größere Anzahl von Aktien mit einer deutlich positiven Wertentwicklung, beispielsweise das IT-Unternehmen Adesso, der Elektrowerkzeughersteller Einhell, der Biokraftstoffhersteller Verbio, das Softwarehaus PSI oder auch der Bauzulieferer Steico, die allesamt stark zur Rendite beitrugen. Den höchsten prozentualen Wertzuwachs gab es beim IT-Dienstleister Allgeier, gefolgt von den Reedereien Ernst Russ und Hapag-Lloyd. Diese letztgenannten Positionen waren allerding niedrig gewichtet.

Das klingt aber sehr danach, dass wirklich übergreifend in sehr verschiedenen Sektoren etwas zu holen war.

Peeters: Korrekt. Sicher fanden sich in manchen Sektoren gleich einige Renditetreiber, etwa Software & IT, Bau oder die besagte Nische der Reedereien, die Christoph zuletzt genannt hat. Aber Branchenzugehörigkeit alleine bedeutet erstmal nichts. Interessanterweise kam mit S&T auch unser schwächster Wert 2021 aus dem IT-Umfeld, auch wenn der späte Kursverfall einen spezifischen Anlass in Form einer Shortsellerattacke hatte. Es kommt halt doch immer auf den einzelnen Wert an. Dies gilt generell und war 2021 auch sehr gut zu beobachten.

Das ist ein gutes Stichwort. Sie beide sind klare Verfechter eines Bottom-Up-Ansatzes.

Peeters: Ja, genau. Wir halten unseren Ansatz für sehr robust. Er wird im Fonds seit Auflage 2006 angewendet und wir erachten die Ergebnisse als sehr kompetitiv verglichen mit dem deutschen Markt in dem Zeitraum und auch absolut. Unsere Vorgehensweise, basierend auf einem quantitativen System, das Christoph im Kern bereits als Student konzipiert hat, unseren zahllosen Unternehmenskontakten und einer klaren Fokussierung auf den deutschen Markt, nimmt natürlich nicht das Marktrisiko raus, aber die klare Selektion führt schon zu einem nachvollziehbaren Mehrwert. Und weil wir eben nicht dezidiert auf einzelne Branchen oder Modetrends setzen, ist der Ansatz fast schon zeitlos.

Können Sie noch ein bisschen mehr zu Ihrer Vorgehensweise sagen?

Frank: Ja gerne. Wie Roger bereits erwähnt hat, basiert die Auswahl auf mehreren Kennzahlenfiltern, mit denen überwiegend fundamentalanalytische Aspekte der Unternehmen bzw. der Aktien bewertet werden. Einige technische Parameter runden das Bild ab. Wichtig: Es gibt für uns nicht die „goldene Kennzahl“, die alles erklärt und an der wir uns ausrichten. Die breite Beurteilung verschiedener Aspekte etwa hinsichtlich Bewertung und nachhaltigem Wachstum sorgt für eine zumeist erfolgreiche Komposition, die in verschiedenen Börsenphasen funktioniert und nicht auf bestimmte Marktgegebenheiten angewiesen ist. Verkürzt suchen wir nicht zu teure Firmen mit bewährtem Geschäftsmodell, einer gesunden Bilanz und stabilem Wachstum, deren Aktien im Trend steigen.

Demnach sehen Sie sich weder als Value- noch als Growth-Investoren. Ist Ihr Ansatz ein Mittelweg?

Peeters: Ja, unser Strategie könnte man als wirksame Kombination beider Ansätze auffassen. Man versteht es besser, wenn man erkennt, wie langfristig wir denken. Gute Ergebnisse über 1,3 oder 5 Jahre sind schön, aber richtig starke Investmentansätze zeigen über 10 Jahre und deutlich länger ihre Qualität. Und in solch langen Phasen können sich bevorzugte Anlagestile und Boombranchen abwechseln.

Das klingt ein wenig danach, als haben Sie trotz der bereits langen Historie des Fonds noch einiges vor?

Frank: Ja, das sehen Roger und ich definitiv so. Wir feiern in wenigen Monaten den 16, Geburtstag des heutigen DWS Concept Platow, der unter anderem Namen, aber bereits mit uns und dieser Strategie 2006 an den Markt ging. Und wir sind unverändert hungrig und wollen in Zukunft gerne noch viele weitere erfolgreiche Geburtstage des Fonds feiern.

Zu den Personen

Roger Peeters (rechts im Bild) und Christoph Frank sind geschäftsführende Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam steuern die seit rund 25 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktiven Experten den DWS Concept Platow Fonds, einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds sowie den 2021 gelaunchten pfp Advisory Aktien Mittelstand Premium. Peeters ist ehrenamtliches Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) e.V.

Hinweis: Christoph Frank und Roger Peeters stehen am 27.1.2022 im Webinar von Stockwaves interessierten professionellen Anlegern Rede und Antwort. Hier können Sie sich anmelden.

Ansprechpartner

Christoph Frank

Geschäftsführender Gesellschafter

+49 69 247413411

E-Mail

Roger Peeters

Geschäftsführender Gesellschafter

+49 69 247413412

E-Mail

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