Steigende Korrelationen - oder: Wie außergewöhnlich sind Monate mit gleichzeitig fallenden Aktien und Anleihen?
4. Mai 2026 (Anzeige)
Krisenmodus im März 2026 – no place to hide bei Multi-Asset Investoren?
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Dr. Andreas Sauer |
Dr. Sascha Mergner |
Die temporäre Blockade der Straße von Hormus wirkt wie ein exogener Schock für die globalen Kapitalmärkte: Der Ölpreis reagiert unmittelbar, Inflationsrisiken kehren zurück auf die Agenda. Gleichzeitig signalisiert der Bloomberg-Ticker eine Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen – Zinssenkungen in den großen Volkswirtschaften sind aktuell nicht mehr eingepreist. Die Frage nach einem möglichen erneuten Zinserhöhungszyklus steht wieder im Raum. Diese klassischen, aber aktuell hochrelevanten Fragestellungen beschäftigen sowohl diskretionäre als auch systematische Multi-Asset-Manager gleichermaßen.
Im Zentrum steht dabei die strategische Allokationsentscheidung:
Wie weit lässt sich ein Aktienportfolio sinnvoll diversifizieren? Ist ein konzentriertes Portfolio aus 30–40 Titeln weiterhin zeitgemäß – oder entspricht dies eher einem „buy and hope“-Ansatz? Und welche Rolle spielt modernes Multi-Asset-Management in einem Umfeld, in dem gleichzeitige negative Monatsrenditen bei Aktien und Anleihen keine Ausnahme mehr darstellen?
Systematische Portfoliokonstruktion: Breite Diversifikation als Ausgangspunkt
Vor diesem Hintergrund haben wir uns bereits 2023 bewusst für die Konstruktion eines breit diversifizierten Aktienportfolios mit 150–160 Einzeltiteln entschieden. Ziel ist eine strategische Aktienquote von 70 %, bei gleichzeitig reduziertem ökonomischem Aktienrisiko von rund 60 %.
Erreicht wird diese Struktur über unseren Q-Aktien-Ansatz:
- Qualität: Fokus auf Unternehmen mit robusten Fundamentaldaten und nachhaltiger Ertragskraft
- Quantitative Selektion: Alpha-Generierung über datengetriebene Modelle und Machine Learning
- Quantitative Optimierung: Zielgerichtete Steuerung von Beta und Volatilität unterhalb des Marktniveaus
Reduziertes Marktrisiko ohne Verzicht auf Ertragspotenzial?
Konkret bedeutet dies: Die angestrebte Aktienquote von 70 % wird mit einem durchschnittlichen Portfolio-Beta von etwa 0,85 umgesetzt. Das entspricht einer Reduktion des systematischen Marktrisikos um rund 15 %. Dieser Effekt wird jedoch nicht ausschließlich durch eine Übergewichtung defensiver Sektoren erzielt. Ein rein defensiver Ansatz würde zwar Drawdowns begrenzen, gleichzeitig aber die Partizipation an Aufwärtsphasen signifikant reduzieren.
Stattdessen verfolgen wir einen integrierten Selektionsansatz:
Neben dem Beta fließen insbesondere kurzfristig relevante Alpha-Signale in die Titelauswahl ein. Dadurch finden auch wachstumsorientierte Unternehmen mit überzeugenden Fundamentaldaten Eingang ins Portfolio.
Der Ansatz folgt dabei einem klaren Prinzip: Risikoreduktion ohne Opportunitätsverzicht.
Modernes Multi-Asset-Management erfordert heute mehr denn je eine präzise Balance zwischen Risikosteuerung und Renditepotenzial. In einem Umfeld erhöhter makroökonomischer Unsicherheit und instabiler Korrelationen reicht klassische Diversifikation allein nicht mehr aus. Entscheidend ist eine systematische, datengetriebene Portfoliokonstruktion, die sowohl defensive Eigenschaften als auch gezielte Alpha-Quellen integriert – und damit robust über unterschiedliche Marktregime hinweg funktioniert.
Abbildung 1: Portfolio-Aufbau Multi-Asset mit Investitionsgrad >100%.

Strategische Allokation: 60% Staatsanleihen, Edelmetalle und USD-Exposure als Stabilitätsanker
Vor dem Hintergrund erhöhter makroökonomischer Unsicherheit halten wir bewusst eine signifikante Allokation in defensiven und diversifizierenden Assetklassen: 60 % Staatsanleihen, 15 % Edelmetalle sowie ein teilweise offenes USD-Exposure.
Die Begründung hierfür liegt in der strukturierten Analyse historischer Stressphasen an den Kapitalmärkten. Aktienmarktrückgänge infolge makroökonomischer oder exogener Schocks – etwa während des Black Monday 1987, der Dotcom-Blase, des Brexit-Referendum oder der COVID-19-Pandemie – lassen sich systematisch klassifizieren.
Wir unterscheiden dabei drei zentrale Regime:
- Konjunkturell getriebene Krisen (z. B. Wachstumsabschwächung, Rezession)
- Monetär induzierte Stressphasen (z. B. restriktive Geldpolitik, Liquiditätsentzug)
- Phasen plötzlicher Unsicherheit (exogene Schocks ohne unmittelbare ökonomische Vorlaufindikatoren)
Die empirische Evidenz zeigt, dass sich die risikomindernden Eigenschaften einzelner Assetklassen je nach Auslöser signifikant unterscheiden (Abbildung 2) Während Staatsanleihen insbesondere in konjunkturellen Abschwüngen als effektiver Diversifikator wirken, entfalten Edelmetalle ihre Stärke häufig in Phasen erhöhter Unsicherheit und Vertrauensverluste. Das USD-Exposure wiederum bietet zusätzlichen Schutz in globalen Stressphasen, in denen der US-Dollar als sicherer Hafen fungiert.
Abbildung 2: Assetklassen in Krisenphasen

Quelle: ansa
Diese differenzierte Betrachtung bildet die Grundlage unserer strategischen Asset-Allokation. Ziel ist es, die Multi-Asset-Strategie nicht nur breit zu diversifizieren, sondern gezielt entlang unterschiedlicher Krisenregime robuster auszurichten.
Die Iran-Krise im März 2026: Ein Stresstest ohne Blaupause
Wie lässt sich die Iran-Krise im März 2026 klassifizieren?
Die kurze Antwort: Sie entzieht sich der klassischen Kategorisierung. Der Markt wurde von einem exogenen „Overnight“-Ereignis erfasst, das unmittelbar zu einem sprunghaften Anstieg der Unsicherheit führte – ohne die typischen Vorlaufindikatoren konjunktureller oder monetärer Regimewechsel.
Historisch zeigen Phasen plötzlicher Unsicherheit häufig ein klares Muster: Ölpreise reagieren volatil, jedoch nicht zwingend nachhaltig nach oben. Im März 2026 war die Situation jedoch anders gelagert – ein angebotsseitiger Schock führte zu einem parallelen Anstieg der Energiepreise.
Das Resultat:
- Aktien und Anleihen verzeichneten simultane Verluste
- Auch Edelmetalle – üblicherweise ein Stabilitätsanker – entwickelten sich negativ
- Lediglich der US-Dollar konnte moderat zulegen
Mit anderen Worten: There was no place to hide.
Implikationen für Multi-Asset-Investoren
Welche Handlungsoptionen ergeben sich in einem solchen Umfeld?
Zunächst: kurzfristiger Aktionismus ist selten zielführend. Entscheidend ist vielmehr die disziplinierte Überprüfung der eigenen Strategie entlang klar definierter Erwartungswerte.
Ein robuster Maßstab ist dabei die Frage:
Hat die Strategie in vergleichbaren Stressphasen – etwa im NIKKEI-Schock oder während der sogenannten „Liberation Weeks“ – den erwarteten Drawdown signifikant reduziert?
Ist dies der Fall, dann war auch im März 2026 eine strukturelle Reduktion der Aktienquote ex post kaum ableitbar. Die daraus resultierende, häufig gestellte Frage lautet:
Sollte man konsequenterweise auf klassische Diversifikatoren wie Anleihen verzichten und beispielsweise eine vereinfachte 70/20/10-Allokation implementieren?
Die Antwort ist klar: Nein.
Einordnung des Ausnahmeereignisses
Ein Blick auf Abbildung 3 unterstreicht die Besonderheit des Monats März 2026 eindrucksvoll. Jeder Datenpunkt repräsentiert die Gesamtperformance des Portfolios in einem einzelnen Monat.
- Die X-Achse zeigt negative Performancebeiträge aus Aktien in Verlustphasen
- Die grünen Punkte (Mehrheit) oberhalb der gestrichelten Trendlinie stehen für positive Beiträge des Risk-Mitigation-Portfolios (Anleihen, USD, Edelmetalle)
- Rote Punkte markieren jene seltenen Phasen, in denen sowohl Aktien als auch diversifizierende Komponenten simultan negative Beiträge liefern
Der März 2026 gehört zu diesen seltenen Ausnahmen.
Mean Reversion und strategische Konsequenz
Ein zentraler Aspekt für die Einordnung solcher Phasen ist die Beobachtung von Ertragsclustern:
Schwache Monate – wie beispielsweise im Jahr 2022 – werden häufig von Perioden überdurchschnittlich positiver Renditen abgelöst, sowohl auf der Risiko- als auch auf der Diversifikationsseite.
Für Multi-Asset-Investoren bedeutet das:
Die Stabilität einer Strategie bemisst sich nicht an ihrer Fähigkeit, jedes einzelne Extremereignis vollständig zu neutralisieren. Entscheidend ist vielmehr ihre Robustheit über den gesamten Zyklus hinweg.
Gerade deshalb behalten klassische Diversifikationsbausteine wie Staatsanleihen, Edelmetalle und Währungsallokationen ihre strategische Relevanz – auch (und insbesondere) nach Phasen, in denen ihre Schutzwirkung temporär ausbleibt.
Abbildung 3: Performance des Gesamtportfolios und Abfederung „Risk-Mitigation“

Quelle: ansa, per 09.04.2026
Bei ansa capital management managen wir seit 2014 eine globale Multi-Asset Strategie, die wir dank moderner Machine Learning Methoden 2023 nochmals optimiert haben. In den letzten 3 Jahren waren mit 150-160 globalen defensiven Einzelaktien, globalen Staatsanleihen, Rohstoffen und Edelmetallen 8,5% p.a. zu verdienen. Die Volatilität lag mit 8,1% über dem Geldmarkt-Konto aber der Ertrag auch über der Inflationsrate.
Auf www.ansa-derfonds.de ist das Konzept für Jedermann in 8 kurzen Schritten erklärt.
Aus Sicht der Fonds-Selektoren unter Ihnen mit Portfolio-Perspektive kann der ansa – global Q opportunities eine Erweiterung ihres Basisinvestments darstellen. Das Beta gegenüber globalen Aktien liegt bei ca. 0,35 – 0,40. Die Korrelation zu anderen Multi-Asset Strategien fällt mit durchschnittlich < 0,60 relativ gering aus.
Kommen Sie bei Fragen jederzeit auf uns zu.
Diese Tranchen des ansa – global Q opportunities stehen Ihnen zur Verfügung:
I-Tranche WKN: A11830
P-Tranche WKN: A1W86R

Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertenwicklung.
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