Erfolg durch Erfahrung – Edmond de Rothschild Fund Emerging Credit

25. März 2020

Dank langjähriger Erfahrung beweist Stéphane Mayor, Fondsmanager des Edmond de Rothschild Fund Emerging Credit, dass Unternehmensanleihen aus Schwellenländern interessante Investmentmöglichkeiten bieten. Die erneute Auszeichnung bei den Lipper Fund Awards 2020 unterstreicht den Erfolg.

Warum sollten Anleger in EM-Unternehmensanleihen investieren?

Stéphane Mayor: Die EM-Rentenmärkte haben sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewandelt. Früher dominierten Staatsanleihen, inzwischen hat sich jedoch vieles verändert. Unternehmensanleihen nehmen inzwischen eine Sonderstellung ein, und dieser Markt ist hochgradig diversifiziert. Wir sehen heute Emissionen mit einem Volumen von über einer Milliarde US-Dollar, außerdem ist das Emissionsvolumen insgesamt deutlich gewachsen. Emerging Market Debt ist heute eine eigenständige Asset-Klasse, die sowohl in privaten wie auch institutionellen Portfolios ihren Platz hat. EM-Anleihen zeichnen sich durch ihr attraktives Risiko-/Renditeprofil aus. Anleger finden hier Unternehmen jeder Größe und jeder Kreditqualität wie auch aus jedem Sektor und jeder Region der Welt. Außerdem können Anleger in Unternehmen investieren, die nicht an den Aktienmärkten gehandelt werden, denn viele Unternehmen geben zunächst Anleihen aus, bevor sie einen Börsengang in Erwägung ziehen.

Wodurch zeichnet sich ihre erfolgreiche Emerging Market Credit-Strategie aus?

Stéphane Mayor: Erfahrung ist entscheidend. Wie schon gesagt: Emerging Market Credit ist für die meisten Anleger eine relativ neue Asset-Klasse, die sich allmählich etabliert. Der erste anerkannte Index wurde erst im Jahr 2000 entwickelt. Wir analysieren den Markt bereits seit den Neunzigerjahren, und mein Verständnis der Asset-Klasse hat sich damals weiterentwickelt. Früher bestand der Markt aus nur wenigen Namen wie Petrobras aus Brasilien, America Movil aus Mexiko oder Gazprom1 aus Russland. Im Jahr 2019 erreichte das Bruttoemissionsvolumen der Unternehmen ein Allzeithoch mit 489 Milliarden US-Dollar2, das entspricht fast dem Dreifachen der Staatsanleiheemissionen. Ein erfahrener Anleger hat in diesem Markt ganz klar einen Vorteil. Verschiedene EM-Unternehmen operieren auch in einem sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Umfeld. Wer neue Chancen richtig einschätzen kann, kann einfacher die Unternehmen identifizieren, die für die Zukunft der Schwellenländer entscheidend sein werden. Und sehr häufig verlasse ich mich bei Anlageentscheidungen auf meine Erfahrung.

Woraus sollten Anleger achten, die noch keine Erfahrung mit der Asset-Klasse haben?

Stéphane Mayor: Die Anleger müssen sich der spezifischen politischen oder Liquiditätsrisiken bewusst sein, die sich auf Engagements in Schwellenländern auswirken Doch sollten sie sich einige verbesserte Kennzahlen deutlich machen: Erstens haben die Kreditausfälle von Unternehmen in den Schwellenländern im Jahr 2019 nur 0,8%3 erreicht, gegenüber 2,9% bei US-Unternehmen, was auf verbesserte Kreditgrundlagen in den Schwellenländern hindeutet. Zweitens scheint das Ansteckungsrisiko zu schwinden, wobei das jüngste Beispiel die Krise in Argentinien ist, die im August 2019 ausbrach und sich nicht auf andere lateinamerikanische Länder ausgebreitet hat. Schließlich wird erwartet, dass sich das BIP-Wachstum in den Schwellenländern im Jahr 2020 beschleunigen wird, im Gegensatz zu dem in den Industrieländern erwarteten verlangsamten Wachstumstrend. Natürlich muss der Investor sehr vorsichtig bleiben, insbesondere bei der Analyse kleiner Emittenten oder privater Unternehmen, die zwar attraktiv aussehen, aber in einem schwierigen Marktumfeld (geringe Liquidität, fehlender Regulierungsrahmen) stark beeinträchtigt werden können. Letztendlich ist das Risikomanagement auf diesen Märkten von zentraler Bedeutung, wobei die niedrige Duration eine der Möglichkeiten ist, es zu managen.

Warum wird die Anlageklasse Emerging Market Credit weiterhin für Investoren interessant bleiben?

Stéphane Mayor: Das liegt an zwei größeren Entwicklungen, die sich derzeit für die Asset-Klasse abzeichnen: Einerseits erreichen die Volkswirtschaften vieler Schwellenländer einen gewissen Reifegrad, andererseits erreichen einzelne Frontier Märkte inzwischen das Niveau der Schwellenländer. Daher kommt es zu höheren Renditestreuungen, was für Anleger erhebliches Diversifikationspotenzial bergen könnte.

Reifere Volkswirtschaften sind auch unabhängiger, die Emittenten sind weniger anfällig für die Risiken der BRIC-Länder. Außerdem fördert Reife die Entstehung neuer Sektoren. In Lateinamerika zum Beispiel wächst der Markt für Verbraucherfinanzierung, Anleger finden hier attraktive Renditen für ihr Emerging-Market-Credit-Exposure.

Wir müssen jedoch unserer Anlagephilosophie treu bleiben, deshalb zählen für uns sowohl die Größe der Emittenten als auch die Liquidität ihrer Wertpapiere. Selbst bei attraktiver Verzinsung halten wir uns lieber zurück, wenn das Emissionsvolumen zu klein ist. In einer Marktkorrektur sind derartige Anlagen die Ersten, die Verluste erleiden. Andererseits entstehen durch Korrekturen attraktive Einstiegspreise bei robusteren Emittenten, die uns überzeugen.

Daher beobachten wir die Zyklen einzelner Sektoren genau. Unternehmen mit starkem Inlandsgeschäft wie zum Beispiel Airlines erholen sich in der Regel schneller. Durch die Aufnahme von Frontier-Märkten in das EM-Anlageuniversum vergrößert sich die Wertpapierauswahl, die Neuemissionen aus diesen Ländern eröffnen vielfältige Anlagemöglichkeiten mit unabhängigen Renditequellen.

Bei der Entwicklung neuer Anlageideen verlassen wir uns jedoch auf unsere Erfahrung und untersuchen die Länderfaktoren in einer sorgfältigen Top-down-Analyse, bevor wir die Gewichtung einer Position festlegen.

Während Argentinien zum Beispiel bereits mehrere Krisen durchlebt hatte, war die angemessene Auswahl argentinischer Unternehmensanleihen von entscheidender Bedeutung. Deshalb wurden Unternehmen mit hohen Barreserven, niedrigem Verschuldungsgrad und US-Dollar-Einnahmen ausgewählt. Wenige Monate nach Ausbruch der Krise im August 2019 erholten sich die sorgfältig ausgewählten Unternehmensanleihen im Portfolio im Gegensatz zu Staatsanleihen fast vollständig vom Abschwung. Die Anlagestrategie erwies sich als die richtige.


1 Die Unternehmens- und Länderinformationen können nicht gleichgesetzt werden mit einer Einschätzung von Edmond de Rothschild Asset Management (France) der erwarteten Entwicklung der Wertpapiere und der voraussichtlichen Entwicklung des Preises der Finanzinstrumente, die diese Unternehmen emittieren. Diese Informationen dürfen nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf interpretiert werden.
2 Quelle: Daten von Bloomberg und JP Morgan per 31.12.2019
3 Quelle: JP Morgan CEMBI

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