Capital Group

Den Kurs beibehalten

18. März 2022 (Anzeige)

Die Verschärfung und Ausweitung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine ist zutiefst beunruhigend und hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Menschen, die in die Krise geraten sind. Dieser Artikel befasst sich mit den potenziellen Auswirkungen des Konflikts auf die Märkte und die Wirtschaft.

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat letzte Woche die Welt erschüttert. Da es mehr Fragen als Antworten gibt und noch weniger Anhaltspunkte, wie der eskalierende Konflikt ausgehen könnte, besteht die natürliche Reaktion der Anleger darin, das Risiko zu vermindern und sich in sichere Anlagen zu flüchten.

Quelle: Capital Group, Refinitiv Datatstream, Standard & Poor’s. Das Diagramm ist auf einer logarithmischen Skala dargestellt. Die Indexwerte spiegeln die Kursrenditen wider und berücksichtigen nicht die Auswirkungen von Dividenden. Stand: 31. Januar 2022

Wenn wir auf ähnliche geopolitische Ereignisse in den letzten vier Jahrzehnten zurückblicken und den S&P 500 als Referenzwert heranziehen, kam es an den Aktienmärkten zu Beginn dieser Ereignisse zu kurzen Ausverkäufen. Über einen längeren Zeitraum hinweg waren die Aktienmärkte jedoch stets in der Lage, diese geopolitische Volatilität zu überwinden und gestärkt daraus hervorzugehen. Dies gilt für den Ersten und Zweiten Golfkrieg, die Anschläge vom 11. September 2001, die russische Invasion der Krim oder den Handelskrieg zwischen den USA und China. 

Auch wenn die Anleger inzwischen mit der Standardwarnung vertraut sein sollten, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für künftige Ergebnisse ist, liefert die Grafik doch ein starkes Argument dafür, dass es nicht unbedingt die klügste Option ist, bei zunehmenden geopolitischen Spannungen schnell das Ausstiegszeichen zu geben. Dies gilt insbesondere für den Russland-Ukraine-Konflikt, da die Situation weiterhin sehr instabil ist. Folglich sind die möglichen Folgen für die Politik, die Weltwirtschaft und die Märkte in diesem Stadium noch weniger klar.

Marktabschwünge gehören zum Anlegen dazu

Über längere Zeiträume sind Aktien  meist gestiegen, aber die Geschichte lehrt uns auch, dass Marktabschwünge für Investoren unvermeidlich sind. Die gute Nachricht ist, dass Korrekturen (definiert als Rückgang um mindestens 10%), Abschwünge (ein längerer Rückgang von mindestens 20%) und andere schwierige Phasen nicht ewig gedauert haben.

Marktabschwünge treten häufig auf, halten aber nicht ewig an

Quellen: Capital Group, Standard & Poor’s.

Der Standard&Poor‘s 500 Composite Index ist den Jahren von 1951 bis 2020 in der Regel mindestens einmal im Jahr um mindestens 10% und etwa alle sechs Jahre um mindestens 20% gefallen. Während die Ergebnisse aus der Vergangenheit keine Vorhersage für zukünftige Ergebnisse sind, folgten bisher auf jeden Abschwung eine Erholung und ein neues Markthoch.

Was zählt ist Zeit am Markt, nicht Market-Timing

Niemand kann vorhersagen, wie sich der Markt kurzfristig entwickelt, aber wer nicht investiert, riskiert, starke Erholungen nach Abschwüngen zu verpassen.

In den Jahren 1929 folgte jedem Rückgang des S&P 500 um mindestens 15% eine Erholung. Im ersten Jahr nach diesen Rückgängen ist der Index im Durchschnitt um 55% gestiegen.

Selbst wenn Sie nur wenige Handelstage verpassen, kann dies seinen Tribut fordern. Eine hypothetische Anlage von 1.000 US-Dollar in den S&P 500 im Jahr 2011 wäre Ende 2020 über 2.900 US-Dollar wert gewesen. Wenn ein Anleger jedoch die 30 besten Handelstage dieses Zeitraums verpasst hätte, hätte er 44% weniger Ertrag erzielt.

Auch nur ein paar der besten Tage einer Erholung zu verpassen, kann den Investmenterträgen schaden

Quellen: RIMES, Standard & Poor’s, Stand 31.Dezember 2021. Angaben in USD.

Emotionales Anlegen kann gefährlich sein

Kahneman erhielt 2002 seinen Nobelpreis für seine Arbeit in der Verhaltensökonomie, einem Bereich, in dem untersucht wird, wie Einzelpersonen finanzielle Entscheidungen treffen. Eine wichtige Erkenntnis von Verhaltensökonomen ist, dass Menschen bei solchen Entscheidungen oft irrational handeln.

Emotionale Reaktionen auf Marktereignisse sind völlig normal. Anleger sollten damit rechnen, dass sie nervös werden, wenn die Märkte sinken, aber es sind die Maßnahmen, die in solchen Zeiträumen ergriffen werden, die den Unterschied zwischen Anlageerfolg und -misserfolg ausmachen können.

Eine Möglichkeit, rationale Anlageentscheidungen zu fördern, besteht darin, die Grundlagen der Verhaltensökonomie zu verstehen. Das Wissen um Verhaltensweisen wie Verankerung, Bestätigungsfehler und Verfügbarkeitsheuristik kann Anlegern helfen, mögliche Fehler zu erkennen, bevor sie sie machen.

Machen Sie einen Plan und bleiben Sie dabei

Das Erstellen und Einhalten eines durchdachten Anlageplans ist ein weiterer Weg, um kurzsichtige Anlageentscheidungen zu vermeiden – insbesondere, wenn sich die Märkte nach unten bewegen. Der Plan sollte eine Reihe von Faktoren berücksichtigen, darunter Risikotoleranz sowie kurz- und langfristige Ziele.

Eine Möglichkeit, vergebliche Versuche zu vermeiden, Zeitpunkte auf dem Markt abzupassen, ist der Durchschnittskosteneffekt, der entsteht, wenn in regelmäßigen Abständen ein fester Geldbetrag angelegt wird, unabhängig von Marktauf- und -abschwüngen. Dieser Ansatz schafft eine Strategie, bei der mehr Aktien zu niedrigeren Preisen und weniger Aktien zu höheren Preisen gekauft werden. Auf längere Sicht zahlen Anleger einen niedrigeren Preis je Aktie oder Anteil. Regelmäßiges Anlegen sichert weder einen Gewinn noch schützt es vor Verlusten. Anleger sollten also ihre Bereitschaft überprüfen, bei fallenden Aktienkursen weiter anzulegen.

Wenn die Aktienkurse fallen, erhalten Sie für den gleichen Anlagebetrag mehr Anteile und können so Ihre durchschnittlichen Kosten pro Anteil senken.

Quelle: Capital Group. In zwölf Monaten wurden 6.000 Euro investiert und 439,94 Aktien gekauft. Der durchschnittliche Kurs lag bei 15 Euro. Die Durchschnittskosten für den Investor lagen bei 13,64 Euro (6.000 Euro/439,94) Die hypothetischen Ergebnisse dienen nur zur Illustration und geben nicht die tatsächlichen Ergebnisse irgendeines Anlageinstruments wider. Regelmäßiges Anlegen sichert weder einen Gewinn noch schützt es vor Verlusten. Anleger sollten also ihre Bereitschaft überprüfen, bei fallenden Aktienkursen weiter anzulegen.

Diversifikation ist wichtig

Ein diversifiziertes Portfolio garantiert weder Gewinne noch gibt es die Zusicherung, dass Anlagen nicht an Wert verlieren, trägt jedoch zur Risikominderung bei. Durch die Verteilung der Anlagen auf verschiedene Anlageklassen können Anleger die Auswirkungen der Volatilität auf ihre Portfolios abfedern. Die Gesamtrenditen werden nicht die höchsten Höchststände einer einzelnen Anlage erreichen – aber sie werden auch nicht die niedrigsten Tiefststände erreichen.

Für Anleger, die den Stress von Abschwüngen vermeiden möchten, kann eine Diversifizierung dazu beitragen, die Volatilität zu senken.

Keine Assetklasse ist jedes Jahr gleichermaßen erfolgreich

Quelle: RIMES US-Large-Caps: Standard & Poor's 500 Composite Index; Globale Small Caps: MSCI All Country World Small-Cap-Index; Globale Aktien: MSCI All Country World ex USA Index; Emerging-Market-Aktien: MSCI Emerging Markets Index; US-Anleihen: Bloomberg Barclays US Aggregate Index; Globale Anleihen: Bloomberg Barclays Global Aggregate Index; Barmittel: Bloomberg Barclays U.S. Treasury Bills Index: 1-3 Monate.

Anleihen können einen gewissen Ausgleich schaffen

Aktien sind eine wichtiges Fundament diversifizierter Portfolios, aber Anleihen können ein sinnvolles Gegengewicht schaffen. Das liegt an ihrer in der Regel niedrigen Korrelation mit dem Aktienmarkt, durch die sie sich üblicherweise gegenläufig entwickeln.

Qualitätsanleihen waren bei volatilen Aktienmärkten recht stabil

Quellen: Capital Group, Morningstar. Die gezeigten Daten beruhen auf Kursrückgängen um mindestens 12% (unter der Annahme einer Wiederanlage der Dividenden) des nicht gemanagten MSCI World mit einer mindestens einen Tag anhaltenden Erholung von 50% oder mehr zwischen zwei Rückgängen. Gesamterträge in US-Dollar. Stand: 31. Dezember 2021.

Hinzu kommt, dass Anleihen, die wenig mit Aktien korreliert sind, die Folgen fallender Aktienmärkte für Ihr Gesamtportfolio abfedern können. Fonds mit dieser Art von Diversifikation können Portfolios stabiler machen. Dazu sollten Investoren Anleihenfonds mit einer Erfolgshistorie in unterschiedlichen Marktsituationen auswählen.

Anleihen haben zwar weniger Ertragspotenzial als Aktien, aber bei Aktienmarktrückgängen waren sie häufig stabiler.

Der Markt tendiert dazu, langfristige Anleger zu belohnen

Ist es angemessen, jedes Jahr 30 % Rendite zu erwarten? Natürlich nicht. Und wenn die Aktien in den letzten Wochen gesunken sind, sollten Sie auch nicht damit rechnen, dass dies der Beginn eines langfristigen Trends ist. Die Verhaltensökonomie sagt uns, dass die jüngsten Ereignisse einen übergroßen Einfluss auf unsere Wahrnehmungen und Entscheidungen haben.

Es ist immer wichtig, eine langfristige Perspektive beizubehalten, insbesondere wenn die Märkte rückläufig sind. Obwohl Aktien kurzfristig steigen und fallen können, tendieren sie dazu, Anleger über längere Zeiträume zu belohnen. Auch unter Berücksichtigung von Abschwüngen ist der S&P 500 über alle Zehnjahreszeiträume von 1937 bis 2019 um 10,47% p.a. gestiegen.

Quellen: Capital Group, Morningstar, Standard & Poor‘s. Stand 31. Dezember 2021.

In volatilen Phasen sind emotionale Entscheidung völlig normal. Anleger, die die Nachrichten ausblenden und sich auf ihre langfristigen Ziele konzentrieren können, sind besser in der Lage, eine kluge Anlagestrategie zu verfolgen. Die aktuelle Situation ist zwar für viele besorgniserregend und störend, erinnert aber auch an die Vorteile langfristiger Investitionen. Darüber hinaus können Turbulenzen und starke Marktrückgänge Chancen für aktive Manager bieten. Anstatt voreilig auf die Marktvolatilität zu reagieren, könnte eine langfristige Sichtweise bei der Identifizierung von und der Investition in Unternehmen mit dauerhaften und attraktiven Aussichten zu einem größeren Wert führen.

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