Haberger Asset Management GmbH

Börsennotierte Beteiligungsunternehmen als Anlagesegment

18. Mai 2026 (Anzeige)

Über die Vielfalt börsennotierter Beteiligungsstrategien

 

Gunter Burgbacher
Fondsmanager & Managing Director
Haberger Asset Management

Börsennotierte Beteiligungsunternehmen unterscheiden sich grundlegend von klassischen Unternehmen oder auch Fonds. Sie agieren unternehmerisch, unabhängig von Benchmarks, und verfolgen dabei unterschiedliche Investmentstrategien, um langfristig Wert zu schaffen. Damit zielen sie stärker auf Kapitalallokationskompetenz, internes Wertsteigerungspotenzial und strukturelle Diversifikation ab, statt klassische operative Unternehmen aus Industrie, Konsum oder Tech. Deren Fokus liegt deutlich stärker auf Produkten, Marken und Vertrieb.

Klassische Ansätze wie Buy and Hold setzen auf den dauerhaften Aufbau substanzstarker Beteiligungen. Buy and Build ergänzt dies durch gezielte Zukäufe zur Skalierung und strategischen Weiterentwicklung. Buy and Sell fokussiert zeitlich begrenzte Beteiligungen mit klar definierten Exit-Zielen nach operativer oder struktureller Wertsteigerung.

Ein zentraler Baustein ist das Value Investing, bei dem Unternehmen mit Sicherheitsmarge unter ihrem inneren Wert erworben werden. Dem gegenüber stehen wachstumsorientierte Beteiligungen sowie Wachstumsfinanzierungen, die auf innovative Geschäftsmodelle und neue Märkte abzielen – mit höherem Renditepotenzial, aber auch erhöhtem Risiko.

Beteiligungen können als Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligungen strukturiert sein. Minderheitsbeteiligungen ermöglichen breite Diversifikation, während Mehrheitsbeteiligungen operative Steuerung, Synergien und aktives Management erlauben. Zusätzliche Chancen entstehen durch Sondersituationen wie Restrukturierungen, Spin-offs, Carve-outs oder Börsengänge sowie durch gezielte Turnaround-Situationen.

Weitere Strategien bilden Business Development Companies (BDCs), die insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen über Fremd- und Eigenkapital finanzieren und hohe Ausschüttungen mit unternehmerischem Risiko verbinden. Dazu kommen Real Estate Investment Trusts (REITs), diese Beteiligungsgesellschaften sind auf die Immobilienbranche spezialisiert. Ergänzt wird das Spektrum durch Royalty- und Streaming-Modelle, die laufende, cashfloworientierte Erträge generieren.

Royalty- und Streaming-Modelle zählen zu den faszinierendsten Nischenstrategien im Bereich cashflow-orientierter Investments. Ihr Grundprinzip ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Kapitalgeber stellen Unternehmen finanzielle Mittel zur Verfügung und sichern sich im Gegenzug langfristige Beteiligungen an Umsätzen oder Produktionsmengen – ohne selbst operativ tätig zu werden. Besonders verbreitet ist dieses Modell in kapitalintensiven Branchen wie Bergbau, Energie, Pharma sowie im Musik- und Intellectual-Property-Bereich.

Quelle: Empress Royalty, Funktionsweise im Bergbau

Im Kern lassen sich zwei Varianten unterscheiden. Beim klassischen Royalty-Modell erhält der Investor einen festen Prozentsatz des Umsatzes oder der Produktion. Entscheidend ist dabei: Die Einnahmen sind unabhängig von den tatsächlichen Kosten des Betreibers. Produziert eine Mine beispielsweise Gold im Wert von einer Milliarde Dollar und besteht eine zweiprozentige Umsatzbeteiligung, fließen jährlich 20 Millionen Dollar an den Kapitalgeber – unabhängig davon, ob die Mine profitabel arbeitet oder nicht.

Das Streaming-Modell geht noch einen Schritt weiter. Hier erhält der Investor das Recht, einen Teil der Produktion zu einem fixierten, meist deutlich unter dem Marktpreis liegenden Preis zu erwerben. Liegt der Marktpreis für Silber etwa bei 25 Dollar pro Unze und der vertraglich vereinbarte Kaufpreis bei fünf Dollar, ergibt sich eine erhebliche Marge pro Einheit. Beide Modelle eint, dass sie stabile, oft jahrzehntelange Zahlungsströme generieren können.

Für Unternehmen stellen Royalty- und Streaming-Vereinbarungen eine attraktive Alternative zur klassischen Finanzierung dar. Sie ermöglichen Kapitalzufluss, ohne neue Aktien auszugeben oder zusätzliche Schulden aufzunehmen. Investoren wiederum schätzen vor allem die Kombination aus hohen Margen, Skalierbarkeit und vergleichsweise geringem operativen Risiko. Da Royalty-Gesellschaften keine eigenen Anlagen betreiben, entfallen typische Risiken wie Kostenexplosionen, Arbeitskonflikte oder technische Probleme. Gleichzeitig können sie ihr Portfolio über hunderte Projekte diversifizieren.

Ein weiterer Vorteil liegt im eingebauten Inflationsschutz: Da viele Vereinbarungen direkt an Umsatz oder Rohstoffpreise gekoppelt sind, steigen die Einnahmen automatisch mit den zugrunde liegenden Märkten. Insbesondere im Bergbau hat sich dieses Modell etabliert, wo spezialisierte Gesellschaften Beteiligungen an zahlreichen Minen weltweit halten und über Jahrzehnte kontinuierliche Cashflows generieren.

Doch auch jenseits von Rohstoffen gewinnt das Konzept an Bedeutung. Im Musikgeschäft etwa sorgen Lizenzgebühren aus Streaming, Radio oder Werbung für langfristige Einnahmen aus einmal geschaffenen Inhalten. In der Pharmaindustrie wiederum monetarisieren Unternehmen Teile ihrer zukünftigen Medikamentenerlöse über Royalty-Vereinbarungen.

Trotz der Attraktivität bleiben Risiken bestehen. Der Erfolg hängt maßgeblich von der Leistungsfähigkeit der zugrunde liegenden Projekte ab. Scheitert eine Mine oder enttäuscht ein Medikament kommerziell, können Einnahmen ausbleiben. Zudem spielen Vertragsdetails eine entscheidende Rolle, da unterschiedliche Royalty-Strukturen den wirtschaftlichen Wert erheblich beeinflussen.

Nicht zuletzt erklärt die Qualität der Cashflows, warum viele Royalty-Unternehmen mit deutlichen Bewertungsaufschlägen gehandelt werden. Investoren zahlen für Planbarkeit, hohe Kapitalrenditen und geringe Investitionsanforderungen. Oft wird die Strategie treffend als Besitz der „Mautstelle statt der Straße“ beschrieben: Man partizipiert an der Nutzung, ohne die Risiken des Betriebs zu tragen.

In einer Zeit steigenden Kapitalbedarfs und restriktiver Finanzierung durch Banken gewinnen Royalty- und Streaming-Modelle weiter an Bedeutung. Sie verbinden langfristige, skalierbare Einnahmen mit einem vergleichsweise defensiven Risikoprofil – eine Kombination, die sie für viele Investoren besonders attraktiv macht.

Strategische Relevanz im Portfolio-Kontext

Das Portfolio an börsennotierten Beteiligungsunternehmen im AFB Global Equity Select besteht aus Investment- und Beteiligungsgesellschaften, diversifizierten Holdinggesellschaften und Mischkonzernen, die Ihren Fokus auf der Kapitalallokation haben. Diese Kombination in Verbindung mit den zwölf übergeordneten Beteiligungsstrategien macht börsennotierte Beteiligungsunternehmen zu einem eigenständigen, strategisch relevanten Baustein für professionelle Portfolios. 

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