Ausblick 2021, Money makes the world go round

1. Februar 2021 (Anzeige)

Das Börsenjahr 2020 war geprägt von den Ereignissen der Corona Pandemie. Einem gewaltigen Absturz der Aktienmärkte im ersten Quartal folgte ein fast unglaublicher Wiederanstieg, der von den Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken sowie der Hoffnung auf medizinische Fortschritte getragen war. Jetzt stellt sich die Frage, was für 2021 zu erwarten ist? Ein Beitrag von Kay-Peter Tönnes (Antecedo Asset Management GmbH)

Wir bei Antecedo sind keine Hellseher, die Ihnen genau sagen können, was die nächsten Monate bringen werden. Wir können aber mit statistischen Methoden Wahrscheinlichkeiten für die zukünftige Börsenentwicklung abschätzen sowie die Zusammenhänge und Risiken beschreiben, die zu einer bestimmten Entwicklung führen können. Hierbei erheben wir keinen Anspruch darauf, alle möglichen Szenarien zu berücksichtigen. Das Risiko von großen Kriegen, Pandemien oder Naturkatstrophen besteht mit geringer Wahrscheinlichkeit immer und geht mit den historischen Wahrscheinlichkeiten auch in die Risikoabschätzung mit ein. Wir wollen den Blick auf die grundlegenden Szenarien konzentrieren.

Die Szenario-Wahrscheinlichkeiten 2021

Aus heutiger Sicht ist sehr wahrscheinlich, dass die Pandemie im Jahresverlauf überwunden wird und wir zu einem normalen Leben zurückkehren. Massenimpfungen und weitere Fortschritte in der Behandlung der Erkrankung sollten dies bewirken. Was aber über die Monate von den Geschehnissen dieses Jahres ökonomisch bleiben wird, ist die gigantische Liquidität, die zur Bekämpfung der Pandemieauswirkungen geschaffen wurde und die voraussichtlich im kommenden Jahr noch weiter ansteigen wird. Die erste Graphik zeigt den Verlauf des M2 Geldmengenaggregats zusammengefasst für die Eurozone und die USA.

Dieser nochmals exponentielle Zuwachs in der Geldversorgung ist, nachdem die Vorjahre auch schon üppige Zuwächse zu verzeichnen hatten, natürlich die Triebfeder der Aktienmärkte, ohne die der letzte Kursanstieg überhaupt nicht zu erklären wäre. Und diese Liquiditätsversorgung wird auch im kommenden Jahr weiter zur Verfügung stehen. Deshalb kann der Ausblick auf 2021 nur von einer hohen Wahrscheinlichkeit für weiter steigende Aktienmärkte ausgehen.

Basierend auf den derzeitigen Wirtschaftsdaten haben wir die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Aktienmarktszenarien eines Aktienmarktportfolios der etablierten Märkte im nächsten Jahr in der folgenden zweiten Graphik wiedergegeben. Hierbei unterscheiden wir die beiden Extremszenarien Crash (Kursentwicklung schlechter als -15%) und Positive-Surprise (Kursentwicklung besser als +20%) sowie die mittleren Szenarien Modestly-Down (Kursrückgänge zwischen 0 und -15%) und Modestly-Up (Kursanstiege zwischen 0 und +20%).

Wie man in der Graphik sieht, halten wir die Chance auf weitere Gewinne am Aktienmarkt für viel größer als die Gefahr von Kursverlusten. Diese positive Einschätzung ist aber geringer als die historische Wahrscheinlichkeit auf Kursgewinne, deren Verteilung wir in der zweiten Säule des Diagramms angegeben haben. Auch die Wahrscheinlichkeit von Ausreißern nach oben oder unten schätzen wir deutlich höher ein, als dies historisch der Fall war. In vielen anderen Ausblicken für 2021 kann man lesen, dass mit höheren Volatilitäten gerechnet wird. Eine Einschätzung, die wir bei der Dominanz des geldpolitischen Faktors teilen. Eine höhere Volatilitätseinschätzung bedeutet auf Jahressicht dann aber auch, dass die Wahrscheinlichkeiten für Extreme zunehmen.

Der wahrscheinlichste Fall steigender Aktienmärkte

Welche Kraft eine gebündelte Fiskal- und Geldpolitik an den Börsen entwickeln kann, haben wir in den vergangenen Krisen immer wieder gesehen. Diese Unterstützung wird auch noch im kommenden Jahr weiter anhalten. Je nachdem, wie schnell sich die Unternehmensgewinne aus dem Corona-Tal erholen, kann hieraus ein guter oder auch extrem guter Kursanstieg resultieren.

Dass die wirtschaftlichen Hilfen sehr schnell zurückgefahren werden, halten wir nicht für wahrscheinlich. Denn wenn diese Hilfen schnell beendet würden, was langfristig durchaus Sinn machen könnte, würde dies kurzfristig zumindest eine wirtschaftliche Schwächephase mit steigender Arbeitslosigkeit bedeuten. Dies ist aber das Szenario vor dem alle etablierten Politiker heute am meisten Angst haben. Eine wirtschaftliche Schwäche, die populistischen Parteien Zulauf bringt. In Deutschland ist 2021 Wahljahr und in den USA wird dem neugewählten Präsidenten vermutlich weiterhin Donald Trump mit seiner Anhängerschaft im Nacken sitzen, der natürlich immer alles besser machen würde.

Aus den USA kommt noch ein Faktor, der für weiter steigende Aktienkurse spricht. In Europa sind wir schon seit einiger Zeit an Mini- oder Negativzinsen gewöhnt, die dazu geführt haben, dass die kreditrisikoarmen Anleihemärkte kaum noch als attraktive Anlageform wahrgenommen werden und dass immer mehr Gelder in die Aktienanlagen geflossen sind. Im Zuge der Corona-Hilfen hat die Notenbank auch in den USA die Zinsen auf nahe Null gesenkt (die nächste Graphik zeigt die langfristige Entwicklung des zweijährigen Zinsniveaus in den USA). Damit hat jetzt auch dieser größte Anleihemarkt der Welt erheblich an Attraktivität verloren und auch in den USA stellt sich Frage nach den Alternativen.

Auch wenn sich die Gewinnsituation der Unternehmen verbessert und vielleicht sogar das Vorkrisenniveau übertroffen wird, der wichtigste Treiber der Aktienmarktentwicklung sollte die Liquidität sein. Und dieser Faktor wird riesig ausfallen. Da sollte es kurzfristig auch kaum eine Rolle spielen, dass die Aktienmärkte schon relativ hoch bewertet sind.

Die Risikoszenarien

Im vergangenen Jahr haben wir gesehen, wie schnell ein zuerst kaum wahrgenommenes Risiko zum alles bestimmenden Faktor werden kann. Solche Eventrisiken, die ex ante keine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit besitzen, sind latent immer vorhanden, aber kaum vorhersehbar. Im Rahmen dieses Jahresausblicks beschäftigen wir uns mit Risiken, die eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit besitzen und deren Eintreten wir uns vorstellen können. Besonders die Risiken, die wir als Inflationsrisiko und Devisenmarktrisiko benennen werden, werden sich vermutlich erst in einem längeren Zeitraum realisieren. Doch im Rahmen dieses Ausblicks weisen wir darauf hin, denn die ersten Entwicklungen zu diesen Szenarien können auch schon 2021 stattfinden und längerfristig steht die Frage im Zentrum der Überlegungen, wohin die ungebremste Geldpolitik führen kann.
Wir werden auch nicht explizit auf Risiken eingehen, deren Eintreten wir für relativ sicher halten, deren Eintreten aber nicht ein ganzes Jahr lang die Weltbörsen dominieren wird. Ein solches Risiko ist beispielsweise der Brexit. Auch wenn es in der letzten Sekunde noch zu einer Einigung auf niedrigem Niveau gekommen ist, im nächsten Jahr werden sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU schwieriger gestalten als bisher und für Europa bedeutet dies zumindest einen Wachstumsdämpfer. Doch eines haben wir in diesem endlosen Drama auch gelernt, nach der Brexit-Verhandlung ist vor der Brexit-Verhandlung.

Risikoszenario Insolvenzwelle

In Anbetracht all der wirtschaftlichen Verluste, die die Corona Pandemie mit sich gebracht hat, erscheint es fast unglaublich, dass 2020 ein Jahr mit einer sinkenden Anzahl von Privat- und Firmeninsolvenzen ist. Und auch in den USA kann man sich nur verwundert die Augen reiben, denn trotz Rekord-Arbeitslosigkeit und Umsatzeinbrüchen in verschiedenen Brachen war der Anteil an notleidenden Konsumenten- und Hypothekarkrediten noch nie so niedrig wie 2020. Die nächste Graphik zeigt die Ausfallrate für private Kredite in den USA seit 2004 mit dem Tiefstand am aktuellen Rand.

Natürlich beruhen diese Daten nicht auf der ökonomischen Weitsicht der Konsumenten, sondern darauf, dass die finanziellen Auswirkungen der Krise kurzfristig mit der Fiskalpolitik überdeckt werden oder dass geltende Regeln derzeit einfach ausgesetzt sind.

Die Frage ist, welche Welle an ökonomischen Problemen sich hier aufbaut, die dann in 2021 auf uns zukommt? Fundiert zu beantworten ist diese Frage derzeit nicht, da schlichtweg die Daten fehlen. Wenn derzeit die Aktienkurse mit den Infektionszahlen zusammen steigen, warum sollten dann die Aktienkurse mit den abnehmenden Infektionszahlen nicht auch fallen können, wenn das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden ersichtlich wird?

Risikoszenario Inflation

Wenn letztendlich mit immer mehr Geld wirtschaftliche Probleme gelöst, oder besser gesagt überlagert werden, wo liegen dann die Grenzen und Risiken dieser Politik? Nach den klassischen ökonomischen Theorien ist die Antwort auf diese Frage einfach. Im Geldwert. Denn wenn die Geldmenge so stark steigt, dann müssen auch die Preise steigen, damit Geldmenge und Warenangebot wieder im Einklang sind. Also kurz gesagt, es sollte Inflation geben.

Doch in der Praxis ist trotz der drastischen Geldmengenausweitung, die der Finanzkrise 2008 folgte, die Inflation nie wirklich angesprungen. Vielmehr sind die Inflationsziele der Notenbanken fast nie erreicht worden, was mit der inflationssenkenden Wirkung des Internets und der abnehmenden Umlaufgeschwin-digkeit des Geldes begründet wurde. Und tatsächlich sind die Profiteure der laxen Geldpolitik vor allem die einkommensstarken Bevölkerungsschichten mit hoher Sparleistung gewesen, sodass sich deren Liquiditätszuflüsse vor allem in steigenden Wertpapier- und Immobilienpreisen, aber nicht in den für die Inflation maßgebenden Güterpreisen niederschlugen.

Doch dieses Mal ist etwas anders. Alleine die absolute Höhe und Geschwindigkeit, mit der zurzeit neues Geld geschaffen wird, stellt alles Vergangene weit in den Schatten. Und der Empfängerkreis der staatlichen Wohltaten hat sich geändert. Heute werden nicht nur Staatshaushalte vor Einsparungen geschützt oder Banken rekapitalisiert, es werden millionenfach direkte Beihilfen an alle Bevölkerungsgruppen ohne Gegenleistung ausgezahlt. Dies hat dann eine viel höhere Konsumwirkung als nur Verluste bei bereits ausgegeben Geldern zu decken oder Staatsausgaben auf dem bisherigen Niveau zu halten.

Aber diese Faktoren sind nicht die einzigen, die zumindest für einen Inflationsanstieg auf mittlere Sicht sprechen. Der demographische Faktor ist so angelegt, dass im nächsten Jahrzehnt überproportional viele Beschäftigte das Rentenalter erreichen und nicht durch die gleiche Anzahl junger Menschen ersetzt werden können. Dieser sich abzeichnende strukturelle Arbeitskräftemangel sollte zu höheren Löhnen für die Beschäftigten führen und vermutlich auch die Lohn-Preis-Spirale antreiben.

Die nächste Graphik zeigt einen Vergleich der Alterspyramiden in Deutschland im Jahr 2020 und 10 Jahre später. In diesem Zeitraum wird die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (zwischen 20 und 66 Jahren) alleine in Deutschland um 4 Mio. Personen zurückgehen (knapp 5% der Gesamtbevölkerung).

Die hier dargestellte demographische Entwicklung ist in fast allen Industriestaaten anzutreffen, wobei das Ausmaß der Altersverschiebung in den USA noch am geringsten ist. Und auch in China besteht dieses Alterungsproblem, wobei hier der Abriss zu den jetzt unter 20-Jährigen aufgrund der jahrzehntelangen „Ein-Kind-Politik“ noch stärker ausfällt. Das Argument, man könne diese Lücke durch Zuwanderung oder in China durch die Reserve an Bauern oder Wanderarbeitern schließen greift nicht. Denn dann müsste die Migrationsbewegung ein viel höheres Ausbildungsniveau haben als wir dies aus der Vergangenheit kennen, um die ausscheidenden Fachkräfte zu ersetzen.

Es sind in den letzten Jahren bereits viele Artikel geschrieben worden, die sich mit diesem Alterungsproblem der Gesellschaft befassen. Doch jetzt ist dies keine Fiktion für kommende Zeiten mehr, diese Entwicklung hat bereits begonnen.

Risikoszenario Devisenmarkt

Neben dem Szenario einer mehr oder weniger schnell ansteigenden Inflation gibt es auch ein auf den geldpolitischen Folgen beruhendes Szenario, das deutlich schneller ablaufen könnte. Hierbei handelt es sich um ein Szenario, in dem eine der großen Währungen einen massiven Vertrauensverlust erlebt, hierdurch am Devisenmarkt einbricht und damit die Kaufkraft für ausländische Produkte massiv zurückgeht, was dann in den anderen Wirtschaftsregionen zu einem massiven Nachfrageausfall führt.

Um unsere Sichtweise zu verdeutlichen, kommen wir noch einmal auf die erste Graphik dieses Ausblicks zurück, in der wir das zusammengefasste Geldmengenwachstum der USA und der Eurozone gezeigt hatten. In der folgenden Graphik haben wir das Geldmengenwachstum M2 für die Wirtschaftsräume der Eurozone, der USA und jetzt auch Chinas zusammengefasst. Durch die Hinzunahme Chinas ist der absolute Wert nochmals deutlich gestiegen, wobei der exponentielle Anstieg der Kurve im letzten Jahr noch zunimmt. Das beindruckende an dieser Graphik ist aber vor allem die Höhe der ausstehenden Geldmenge in China im Verhältnis zur Eurozone oder den USA, die wirtschaftlich auch jeweils noch deutlich größer sind als China.

Wie kann es sein, dass eine immer noch zu den Emerging Markets zählende Volkswirtschaft solche Geldmengenausweitung betreiben kann, ohne dass ihre Währung dramatisch an Wert verliert?

Der Schlüssel zu dieser Frage liegt natürlich in den Devisenüberschüssen, die China entweder im Außenhandel oder über Direktinvestitionen erzielt. Diese sind in den letzten Jahren relativ zur gewachsenen Wirtschaftsleistung zwar zurückgegangen, aber immer noch hoch. Im Oktober 2020 wurde der neue Fünfjahresplan des Zentralkomitees vorgestellt. Als wichtigstes Element beinhaltet dieser Plan, dass zukünftig vor allem das Binnenwachstum der Hauptmotor der chinesischen Entwicklung sein soll. Die chinesische Führung spricht hier von zwei dualen Kreisläufen und trennt damit klar zwischen den Außenwirtschaftsbeziehungen und dem chinesischen Markt, der zukünftig mehr Bedeutung besitzen soll. Dies ist für sich genommen schon eine protektionistische Sichtweise.

Was geschieht aber, wenn der chinesische Binnenmarkt wie geplant stark wächst und damit auch der Konsum ausländischer Waren ansteigt? Wenn hierdurch die Devisenbilanz auf negative Werte dreht? Eine solche Entwicklung war die Basis der Asienkrise 1998, als die damaligen Tigerstaaten durch zunehmenden inländischen Konsum negative Handelsbilanzsalden aufwiesen.

Mit ziemlicher Sicherheit wird die chinesische Regierung mit allen Mitteln eine negative Handelsbilanz verhindern. Dies sind aber keine guten Voraussetzungen für die Handelsgespräche, die mit der neuen Biden Administration im nächsten Jahr geführt werden müssen. Auf jeden Fall macht die chinesische Führung klar, dass ihr die Direktinvestitionen nicht mehr so wichtig sind wie in der Vergangenheit. Und wenn dies so ist, ist es auch nicht mehr unbedingt notwendig, den Kurs der chinesischen Währung zu verteidigen. Denn eines der Hauptargumente für die Stabilität des Yuan ist die Überzeugung, dass China mit seinen Devisenreserven die Währung verteidigen wird. Wenn dies wegfällt und die chinesische Führung eine Abschwächung sogar begrüßt, um ausländische Waren in China zu verteuern, dann kann diese Entwicklung auch zu massiven Verwerfungen führen.

Der andere latente Wackelkandidat im internationalen Währungsgefüge ist der EURO. Hier liegt das Grundproblem in den vollständig unterschiedlichen Zielvorstellungen der Mitglieds-staaten, zwischen denen die EZB einen Ausgleich zu schaffen versucht. Doch auch die Zustimmung der Nordländer zu einer teilweisen Vergemeinschaftung der Schulden im Rahmen der Corona-Hilfsmaßnahmen hat nicht zu einer wirklichen Beruhigung der Situation geführt. Von den letzten Endes notwendigen wirtschaftlichen Anstrengungen ist nichts zu erkennen. Es gilt ein „weiter so“ auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner.

Vermutlich wird irgendwann ein Wahlausgang in einem Land dazu führen, dass die Zeit der Minikompromisse abläuft. Aber 2021 ist in Gesamteuropa kein sehr bedeutsames Wahljahr. Der Höhepunkt ist die Bundestagswahl am 26.10.2021. Nach den derzeitigen Meinungsumfragen sieht es nach einem komfortablen Ergebnis für die Union aus, die sich einen Koalitionspartner aussuchen kann. Wir haben Zweifel, ob diese Umfragesituation so stabil bleiben wird, wenn die Kosten der Corona Pandemie immer ersichtlicher werden. Hier liegt ein gewisses Überraschungspotential. Eine Weichenstellung zu einer Eurokrise sehen wir hierin aber nicht. Diese könnten eher mit der Präsidentschaftswahl in Frankreich (April 2022) oder der Parlamentswahl in Italien (Frühjahr 2023) erfolgen.

Zusammenfassung

In unserem Ausblick wurde den möglichen Risiken großer Raum gewidmet, obwohl wir grundsätzlich davon ausgehen, dass 2021 kein schlechtes Aktienjahr werden sollte. Aber einem guten Szenario, das auf dem riesigen Liquiditätseffekt beruht, stehen viele Szenarien mit unterschiedlichen Risikofaktoren gegenüber. Hierbei konnten wir nicht einmal annähernd alle aufzählen. Was wäre beispielsweise, wenn die Impfstoffe erhebliche Nebenwirkungen zeigen sollten?

In der Summe haben alle diese Risikoszenarien eine Wahrscheinlichkeit, die man höher einschätzen sollte, als dies die historische Risikoverteilung widerspiegelt. Wichtig war uns auch, auf Risikoszenarien hinzuweisen, die vermutlich erst über einen längeren Zeitraum ersichtlich werden, dann aber mit gravierenden Auswirkungen. Denn längerfristig sind wir uns sicher, dass die extreme Geld- und Fiskalpolitik irgendwann ihren Preis fordern wird.

Unsere wahrscheinlichsten Szenarien zu Grunde gelegt, erwarten wir 2021 ein gutes Aktienjahr. Wir glauben, dass Growth Aktien Value Titel schlagen werden. In der regionalen Verteilung erwarten wir die USA vor Asien und Europa. An den Investmentgrade Anleihemärkten können wir uns nur schwer größere Gewinne vorstellen. Alles über der Nulllinie wäre hier schon ein ansehnlicher Erfolg. An einer guten Wertentwicklung der Hochzinsanleihen haben wir ebenfalls Zweifel. Zum einen ist der Renditevorteil hier nicht mehr so groß, zum anderen liegen die möglichen Insolvenzgefahren auf diesem Sektor.

In einem Jahr werden wir nochmals auf diesen Ausblick schauen und sehen, wo wir Recht behalten hatten und wo nicht. Ich kann versichern, dass wir bei allem Gesagten jede Quelle mehrfach geprüft haben. Dies sind die Entwicklungen, wie wir sie sehen. Aber man kann natürlich auch eine andere Meinung haben. In jedem Fall wünschen wir Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2021 und bleiben Sie gesund.

Kay-Peter Tönnes

Bad Homburg v.d.H., den 29.01.2021

 

Ausblick Antecedo Fonds 2021

In unserem Marktausblick für 2021 haben wir dargestellt, dass wir in unserem Basisszenario von geringen Gewinnchancen auf der Anleiheseite und einem recht ordentlichen Aktienjahr ausgehen. Wir haben beschrieben, dass eine Vielzahl von Risikofaktoren auch zu ganz anderen Wertverläufen führen würde. Im Folgenden wollen wir konkretisieren, was diese Erwartungen für die Wertentwicklung unserer Fonds bedeuten könnten.

Antecedo Defensive Growth

Der ‚Antecedo Defensive Growth‘-Fonds hat in diesem Jahr eine beeindruckende Wertentwicklung gezeigt, die mit einem Zugewinn von +57% sogar noch besser war als die Entwicklung des NASDAQ®-100 Index selbst. Und dies, obwohl der USD knapp 9% gegenüber dem EURO an Wert verloren hat. Dafür hatten wir aber eine (asymmetrische) Devisenabsicherung. Die folgende Grafik zeigt die Wertentwicklung der I-Tranche des Fonds in EUR und des NASDAQ®-100 Index seit Auflegung am 2. September 2019, einmal in USD und einmal in EUR.

Eine solche Wertentwicklung, mit Gewinnen höher als das Basisinvestment ist nur möglich, wenn der NASDAQ®-100 Index im Jahresverlauf stark schwankt und wir die Asymmetrie der Strategie ausspielen können.

Für 2021 planen wir eine Partizipation von ca. 70% an den Kurssteigerungen des NASDAQ®-100 Index. Bei Kursanstiegen im NASDAQ®-100 von etwas über +20% p.a. im Mittel der letzten 30 Jahre sind dies ungefähr +14% Wertzuwachs, die wir in einem „normalen“ Aktienmarktszenario von dem Fonds erwarten würden. Aber letztendlich hängt das Ergebnis an der Wertentwicklung des Indexes und je mehr dieser schwankt, desto besser kann das Ergebnis sein.

Zum Jahreswechsel haben wir die Wertuntergrenze des Fonds wieder auf den Anteilspreis per 31.12.2020 minus 10% angepasst. Zudem konnten wir die kalkulierte Wertuntergrenze des Fonds aufgrund seiner guten Wertentwicklung im Januar 2021 bereits zwei weitere Male anheben. Damit sollten auch Risikoszenarien und Kursrückschläge im NASDAQ®-100 den Fonds nicht stärker als mit einem Kalenderjahresverlust von -10% treffen können. Aus rechtlichen Gründen müssen wir an dieser Stelle immer erwähnen, dass diese Berechnungen keine Garantie darstellen. Sie können aber sicher sein, dass wir diese Wertuntergrenze sehr ernst nehmen.

Antecedo Independent Invest

Wie der Defensive Growth hat auch der ‚Antecedo Independent Invest‘-Fonds in diesem Jahr eine überaus erfreuliche Wertentwicklung gezeigt. Mit einem Wertzuwachs von +56% in 2020 dominiert dieser Fonds das Segment der Absolute Return-Fonds sowohl im einjährigen als auch im dreijährigen Vergleich. Als Vola-Long-Fonds profitierte der Independent von dem starken Volatilitätsanstieg im März 2020. Seinen Wertverlauf seit Umstellung des Underlyings und der Strategie zeigt die nächste Grafik.

Für 2021 unterstellen wir einen nicht so starken Volatilitätsanstieg, auch wenn dies natürlich möglich ist. Ein normales Jahr für den Independent ist eher 2019, als der Fonds bei sinkenden Volatilitäten +9% zulegen konnte. In einem Bereich zwischen +5% und +9% Wertzuwachs würden wir den Fonds auch 2021 sehen. Bei starken Volatilitätsanstiegen kann es deutlich mehr werden. Das unangenehmste Szenario für diesen Fonds wäre ein langsam, aber deutlich sinkender Aktienmarkt, wobei diese Entwicklung auch noch mit einer deutlich sinkenden Optionsvolatilität einhergehen müsste. Ein historisches Beispiel für eine solche Entwicklung gibt es nicht. Würde sie aber eintreten, dann könnte der Fonds auch leicht im negativen Bereich abschließen.

Antecedo Enhanced Yield

Seit Dezember 2012 hatten wir den ‚Antecedo Euro Yield‘-Fonds im Angebot, der europäische Staatsanleihen bester Qualität mit einer Optionsstrategie mit Zinsderivaten kombinierte. Im Mai 2020 haben wir von Citywire für die Ergebnisse des Euro Yield im 3-Jahres-Vergleich noch die Auszeichnung als ‚Beste Fondsgesellschaft für Europäische Anleihen‘ erhalten.

Diesen Fonds haben wir dann am 30.06.2020 geschlossen, weil wir langfristig keine attraktive Rendite-Risiko-Relation mehr für diese Anlageklasse sahen. Wir haben aber auch schon damals angekündigt, für diesen erfolgreichen Fonds einen Nachfolger zu entwickeln, der ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis besitzt.

Am 1. Februar 2021 war es so weit. An diesem Tag haben wir den ‚Antecedo Enhanced Yield‘-Fonds aufgelegt. Dieser Fonds wird im Anleihebereich dasselbe machen, wie der Vorgänger Euro Yield. Nur die Absicherung gegen steigende Zinsen wird hier noch deutlicher sein. Der Fonds beinhaltet zusätzlich eine Optionskomponente, die die Zusatzerträge eines Unternehmensanleiheportfolios erzeugt. In der Wertentwicklung vergleicht sich der Fonds mit der des europäischen Unternehmensanleiheindex ‚Bloomberg Barclays Euro Aggregate Corporate Total Return Index Value Unhedged EU‘ als Benchmark und sollte diese mittel- und langfristig übertreffen. Für 2021 haben wir eine Renditeerwartung zwischen 3% und 5% an den neuen Fonds. Bei steigenden Zinsen und sich ausdehnenden Credit Spreads ist auch ein leichtes Minus möglich.

Günter Wanner

Bad Homburg v.d.H., den 01.02.2021

Impressum

Antecedo Asset Management GmbH

Hessenring 121

D-61348 Bad Homburg v.d.H.

www.antecedo.eu

Geschäftsführer: Kay Tönnes, Dirk Bongers, Günter Wanner

@2021 Antecedo Asset Management

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